In unserer Reihe #SPACES stellen wir Coworking Spaces und hybride Flächenangebote aus ganz Deutschland vor. Im heutigen Beitrag geht es um das foodlab. in Hamburg. Dazu haben wir ein Interview mit Betreiberin Christin Siegemund geführt.

Locationfoodlab.
Überseeallee 10, 20457 Hamburg
URLwww.foodlab.hamburg
BetreiberCS Food Apartment GmbH / Christin Siegemund
Gesamtgröße1200 qm
Größe der Veranstaltungsflächen600 qm
Anzahl Schreibtische (fix und flex gesamt)52
Gründungsjahr2019

Portrait

StartUps in der Food Szene haben alle dasselbe Problem: Sie brauchen ein Dach über dem Kopf und vor allem ein Netzwerk, ohne das es einfach nicht geht. Im foodlab haben sie beides. Das bislang weltweit einzigartige Konzept bietet auf 1200 qm einen Coworking Space für Food StartUps, Küchenplätze zum Testen, Kreieren, Fermentieren und Produzieren von Food Innovationen, ein Media- und Eventstudio für Shootings, um Produkte professionell in Szene zu setzen, sowie einen Mini Shop. Außerdem eine PopUp Fläche, auf der alle vier Wochen ein neues Restaurantkonzept Platz findet, mittags wie auch am Abend. Das Gesamtkonzept soll etablierten Playern, Gründern, Gastronomen und Chefs Innovationen in der Food Branche erleichtern. Über das Angebot einer perfekt ausgestatteten Küche hinaus gibt es im Watermark-Gebäude in der Hamburger Hafencity einen eigenen Accelerator – ein sechsmonatiges Programm, das Coaching-Angebote und einen Arbeitsplatz im „foodlab-Co-Working-Space“ umfasst. Für dieses können Food StartUps sich bewerben, um voll durchzustarten, indem sie einen Arbeitsplatz für sechs Monate gestellt bekommen, außerdem ein individuell zugeschnittenes Coaching Programm.

Das foodlab steht nicht nur Machern, sondern auch Genießern offen – jeder kann das foodlab nach seinem eigenen Geschmack erleben. Ob mit Franzbrötchen und Kaffee aus der von Hanseatic Coffee betriebenen Rösterei oder Lunch und Dinner im alle vier Wochen wechselnden PopUp Restaurant. Hier haben Gäste die Möglichkeit, ganz nah mitzuerleben, wie Köche und Gastronomen Neues wagen und sich kreativ ausprobieren.

Christin Siegemund ist geborene Hamburgerin, studierte Marketing- und Kommunikationswirtin, verheiratet, Mutter von Zwillingsmädchen und lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Bevor sie nach einer kurzen Pause in NYC die Marketingleitung bei Golfino übernahm, war sie in Hamburger Werbeagenturen als Beraterin unterwegs. Als eine der ersten gründete sie 2013 den Foodblog „Hamburger Deern“ – ihr Einstieg in die Food Welt. Dass Frauen und Mütter erfolgreich gründen, dafür steht sie genauso wie für ihre Leidenschaft fürs Essen und Kochen. Derzeit beschäftigt das foodlab insgesamt sieben Frauen.

Interview mit Christin Siegemund

Wie würdest Du Euren Coworking Space beschreiben?

Im foodlab ist der Coworking Space nur ein Teil des Ganzen. Neben 52 Arbeitsplätzen gibt es verschiedene Küchen zum Entwickeln, Produzieren und Fermentieren. Außerdem ein PopUp Restaurant, welches wir an (Jung)Gastronomen vermieten, damit sie ihr Konzept austesten können. Es gibt ein Foto-/Eventstudio für Workshops und Content-Produktionen und eine Kaffee- und Weinbar mit Produkten aus dem Lab.

Wo liegt Euer Coworking Space?

Mitten in der Hamburger Hafencity, mit Blick auf die Elbe.

Wie setzt sich die Nutzerstruktur in Eurem Space zusammen? Wer kommt zum Coworking?

Bei uns arbeiten ausschließlich Foodies. Ob das jedoch StartUps sind, gestandene Unternehmen oder Selbständige, ist irrelevant – solange es um Food oder Beverage geht.

Gibt es (schwerpunktmäßig) bestimmte Branchen, aus denen Eure Coworker stammen?

Food und Beverage.

Was kostet bei Euch ein Flex Desk pro Monat?

Wir haben keine Flex Desks. Es gibt aber Schreibtische, die (tageweise) geteilt werden können. Die Kosten für StartUps belaufen sich auf 350 € pro Monat.

Und was kostet ein Fix Desk pro Monat?

Ein Schreibtisch bei uns kostet 500 € pro Monat.

Welche Leistungen sind für Coworker in Eurem Space inklusive?

Neben WLAN, Druck und einer Kaffee/ Wasser/ Tee-Flat gibt es ein breites Netzwerk in der Food Branche.

Welche (besonderen) Angebote können Coworker in Eurem Space erwarten?

Wir legen weniger Wert auf Entertainment als auf Inhalte. Bei uns geht es um das Netzwerken, voneinander zu lernen und die Leidenschaft für gutes Essen.

Thema Nachhaltigkeit: Spielen ökologische Gedanken in Eurer täglichen Arbeit oder in der Ausrichtung Eures Space eine besondere Rolle? Wenn ja, welche?

Bei uns spielt Food Waste eine ebenso große Rolle wie das Thema Low Waste. Wir haben zum Beispiel einen Komposter im Haus, den wir täglich mit Biomüll füttern und der daraus Humus macht, den wir wiederum an Landwirte geben und für Nachbarschaftsprojekte einsetzen. Als Nächstes wollen wir das Thema Verpackungsmüll angehen. Außerdem gibt es bei uns so gut wie keine Flyer im Haus.

… und wie lange bleibt Euch der durchschnittliche Coworker treu?

Wir sind ja sehr frisch gestartet, unsere Mieter sind aber eher langfristig bei uns.

Wie geht es weiter mit bzw. in Eurem Coworking Space? Was passiert als Nächstes? Was steht an? Was plant Ihr in der Zukunft?

Wir haben sehr viele Themen, die wir angehen wollen: unser Accelerator Programm, das Thema Müll, Logistik, Nachhaltiges Arbeiten in der Gastronomie und wir möchten der Stadt Hamburg bewusst machen, dass Food ein starker Wirtschaftszweig ist, der beachtet werden muss.

Und die wichtigste Frage zum Schluss: Wie sieht es bei Euch mit Kaffee aus?

Wir haben den besten Kaffee der Stadt, denn mit den Hanseatic Coffee Roasters haben wir einen Kaffeepartner, die zwar nicht bei uns, aber in der eigenen Rösterei in Hamburg-Bahrenfeld rösten.

Gibt es sonst noch etwas, das Du uns über Euren Coworking-Space erzählen möchtest?

Durch den Fokus Food bringen wir StartUps schneller an die Startlinie und hoffentlich auch an die Ziellinie.