Coworking-Spaces im ländlichen Raum eröffnen und somit Pendlern und Home-Office Nutzern einen alternativen Arbeitsplatz in ihrem Umfeld bieten: das ist das Ziel des Projekts „Dorf-Büros“ der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz. Eine neue Projektrunde wurde mit dem Infotag am 10. Dezember  in Bingen eingeläutet. Darüber berichtete auch die ARD in ihrem Beitrag „Digitales Arbeiten im Ländlichen Raum“

Vertreter von 40 Verbandsgemeinden waren vor Ort, um sich über die Hintergründe und den Ablauf der Bewerbungen zu informieren.
„Wir sind eine ländliche Region und wir möchten Arbeitsplätze vor Ort schaffen“, erzählt Harald Gemmer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Aar-Einrich. Eine kleine Kommune wie Aar-Einrich habe nicht die größte Chance, große Unternehmen zu sich zu holen, doch Arbeitsplätze schaffen, die besonders Pendlern Erleichterung bieten, das sei eine Möglichkeit, die man nutzen wolle.
Auch zur Belebung des ländlichen Raums können Dorf-Büros beitragen. Der Leerstand in Dörfern kann dadurch verringert werden. Zudem können Pendler – wovon es in Rheinland-Pfalz etwa 370.000 gibt (Stand 2018) – durch einen Coworking-Space in der Nähe Geld, Zeit und CO2 einsparen. 

Finanzielle und fachliche Unterstützung

Gerade erst, am 5. Dezember, wurde das Coworking DEULUX eröffnet. Die Verbandsgemeinde Trier-Land hatte die erste Bewerbungsrunde gewonnen und somit die Unterstützung der Entwicklungsagentur erhalten. Diese sagt den drei Kommunen, die die zweite Bewerbungsrunde für sich entscheiden können, jeweils bis zu 100.000€ Unterstützung zu. Eine Voraussetzung für die Förderung ist, das Dorf-Büro mindestens fünf Jahre zu betreiben. Die ersten drei Jahre erhält die Kommune für den Betrieb finanzielle Unterstützung von der Entwicklungsagentur, danach muss der Coworking-Space zwei Jahre aus eigenen Mitteln betrieben werden. Fachliche Unterstützung erhalten die Kommunen von der cowork AG. 

Das Bewerbungsverfahren der zweiten Runde läuft bis zum 27. März 2020. Spätestens im Dezember 2020 sollen die Dorf-Büros dann eröffnet werden.
„Als Verbandsgemeinde oder Ortsgemeinde brauchen Sie einen Mitarbeiter, der das ganze Bewerbungsverfahren jetzt vorbereitet, Sie brauchen eine Immobilie – eine Büroetage oder ein leerstehendes Gebäude“, erklärt EA-Vorstand Rainer Zeimentz. „Dann sollten Sie sich den Fragenkatalog anschauen, wir helfen dabei, diese Fragen zu beantworten“, rät er. Danach erfolgt eine Prüfung durch die Förderer, ob das Projekt für die Kommune das Richtige ist.
Die Bewerbungsmappe kann seit dem 17. Dezember auf https://dorfbueros-rlp.de/wettbewerb-2020/ heruntergeladen werden. Dort gibt es auch weitere Informationen zum genauen Zeitplan der zweiten Bewerbungsrunde.